Kategorie: LJRT

Landesjugendtag der Thüringer Sportjugend

landesjugendtagBeim 9. Landesjugendtag der Thüringer Sportjugend am 19. September 2015 in Bad Blankenburg fand ein Generationswechsel statt. Der Landesjugendtag wählte einen neuen Vorstand:

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Der neue Vorstand

Chris Rohmeiß ist neuer Vorsitzender, Sarah Möckel, Niels Bergner und Stefan Gruhner seine Stellvertreter, Ute Karger die Schatzmeisterin und Paul Hecklau, Robert Fischer, Anne Baier und Christian Zink die vier Beisitzer.

Vor der Wahl eines neuen Vorstandes galt es, zurückzublicken.

Die Thüringer Sportjugend als Jugendverband des Thüringer Sports kann auf eine erfolgreiche Arbeit in der letzten Legislaturperiode zurückblicken.

Welche Fakten verdienen es, noch einmal hervorgehoben zu werden?

Eine Auswahl fällt schwer, benachteiligt sie doch die vielen ungenannt gebliebenen vorbildlichen Aktivitäten in den Vereinen, Kreis, kreisfreien Städten und Sportfachverbänden.

Voranzustellen wäre, dass die Vielzahl der aufgezeigten Arbeitsfelder nicht nur das breite Spektrum der Sportjugendarbeit dokumentiert, sondern dass vor allem auch die Einsatzbereitschaft und den Fleiß unserer ehrenamtlichen Mitstreiter in der Sportverbänden, Sportkreisen und Vereinen widergespiegelt wird.

Die Thüringer Sportjugend als der Jugendverband des Thüringer Sports hat in diesen drei Jahren weiter deutlich an Profil gewonnen. Damit ist sowohl die Leistungsfähigkeit und Ausstrahlungskraft der Jugendabteilungen der Sportvereine, der Kreis-, Stadt- und Verbandsjugendleitungen auf unsere Kinder und Jugendlichen, als auch die Wahrnehmung, Anerkennung und Akzeptanz dieser Leistungen durch die Öffentlichkeit gemeint.

Die erfolgreiche Entwicklung der Thüringer Sportjugend wurde von drei wesentlichen Faktoren bestimmt:
Ein erster Punkt für die überwiegend positiven Ergebnisse ist, dass die Thüringer Sportjugend ihre Aufgaben in Gemeinsamkeit und Übereinstimmung mit dem Landessportbund Thüringen gesehen und gelöst hat.

Ein zweiter Punkt, dass gemeinsam mit unseren Jugendleitungen in den Kreis- bzw. Stadtsportbünden sowie den Verbandsjugendleitungen beharrlich am Selbstverständnis und an der Vervollkommnung der Organisationsstruktur gearbeitet wurde. Dies ist gerade in einer Jugendorganisation angesichts oft wechselnder Mandatsträger – sei es beruflich oder persönlich begründet oder wegen der Übernahme einer anderen Funktion im Gesamtverband heraus geschehen – keine leichte Aufgabe.

Deshalb gehört gerade die weitere Stabilisierung unserer ehrenamtlichen Basis in den Kreis- bzw. Stadtsportjugendleitungen, in einer Vielzahl von Vereinen sowie bei den Verbandsjugendleitungen zu den positiven Ergebnissen der abgelaufenen Wahlperiode.

Im Jahr 2015 wurden allein 17 Kreisjugendtage und 5 Verbandsjugendtage durchgeführt. Darüber hinaus heißt es für die THSJ auch, nicht nachzulassen im Bestreben der Einbeziehung aller Jugendabteilungen sowie der Gewinnung und ständigen Qualifizierung unserer ehrenamtlichen Jugendwarte bzw. Jugendleitungen sowie aller Multiplikatoren der Jugendarbeit.

Ein dritter und wichtiger Punkt ist der regelmäßige fachliche Austausch mit unseren Jugendwarten und Sportjugendkoordinatoren sowie das konstruktive Miteinander. Dies gewährleistet, dass die im Landesjugendförderplan ausgewiesenen Herausforderungen gemeinsam bewerkstelligt werden können.

In wesentliche jugend- und sportpolitische Prozesse hat sich die THSJ eingemischt, zu Wort gemeldet und unsere Meinung war auch gefragt, so bei der Erarbeitung des Regierungsprogramms der Jugend durch den Landesjugendring (LJRT), bei den Thüringer Aktionswochen der Jugendverbandsarbeit des LJRT unter dem Motto „AKTIV – VIELFÄLTIG – PRÄSENT“, bei der Gestaltung der Wahlprüfsteine des Landessportbundes Thüringen im Rahmen der Kommunal- und Landtagswahlen in Thüringen sowie bei der Mitwirkung an kommunalen Jugendförderplänen.

Deutliche jugendpolitische Signale sendet die THSJ mit der 2014 erneut ins Leben gerufenen Wertpapierkampagne des LJRT „Wir bewegen Werte“.

Die ehrenamtliche Arbeit der Jugendleitungen sowie Mitbestimmung und Beteiligung junger Menschen sind Voraussetzung für eine gelingende Jugendarbeit in unserem Verband – und diese gilt es hervorzuheben.

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v.l.n.r. Dr. Birgit Klaubert – Ministerin für Bildung, Jugend und Sport; Cornelia Nitzpon – Vorsitzende Thüringer Sportjugend

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Jugendpolitisch stärker wahrgenommen zu werden, verdankt die THSJ auch der 2009 ins Leben gerufene „Offensive 11“. Sie hat zu einem klaren Aufgaben- und besseren Selbstverständnis sowie zur Steigerung der Attraktivität unserer Jugendarbeit geführt hat. Damit einhergingen:

  • eine höhere Anerkennung der Sportjugendarbeit vor Ort.
  • facettenreiche und attraktive Angebote in unserer Jugendarbeit durch die Jugendleitungen.
  • vielfältige Kooperationen mit anderen Trägern der freien Jugendhilfe.

Angesichts der Finanzlage vieler Landkreise und kreisfreier Städte muss es das gemeinsames Ziel sein, die Stabilisierung bzw. Verbesserung der Rahmenbedingungen sowie das gegenwärtigen Förderniveau auf allen Ebenen zu erhalten. Damit die jugendverbandliche Arbeit nicht aus dem Blick gerät, wurde als ein neuer Arbeitsschwerpunkt die „Offensive 12“ formuliert. Darin besteht in den nächsten Jahren eine große Herausforderung.

Der Landesjugendförderplan ist eine wichtige Grundlage unserer jugendverbandlichen Arbeit.

Im aktuellen Förderplan wird verstärkt das Augenmerk auf Bildung von Kindern und Jugendlichen im außerschulischen Bereich gelegt und stellt Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit als eigenständige Bildungsorte in den Mittelpunkt.

Außerschulische Jugendbildungsangebote bedürfen auch spezieller Orte. Die THSJ kann einen solchen ihr Eigen nennen. Mit unserer Bildungs- und Freizeitstätte „Waldhof“ Finsterbergen wird Jugendbildung zum Erlebnis!

Neben der Förderung von Angeboten der Jugendbildung bedürfen auch die Einrichtungen einer Unterstützung.

In Kürze werden die Jugendbildungsstätten und -einrichtungen evaluiert. Vielleicht leitet sich im Anschluss daran ein Investitionsprogramm für Jugendbildungsstätten ab.

Die THSJ hofft, dass die Bedarfserfassung zumindest im Zuge der Fortschreibung des Landesjugendförderplanes 2017-2021 erfolgt.

Der „Auftrag Inklusion“ bedeutet für die THSJ, noch intensiver darüber nachzudenken, wie eine volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabemöglichkeit für alle Kinder und Jugendlichen an Angeboten und in unserer Struktur erreicht werden kann.

Eine prinzipielle Offenheit für alle jungen Menschen fällt ja der Kinder- und Jugendarbeit nicht schwer. In Satzungen, Selbstdarstellungen und unseren Verbandsordnungen spiegelt sich das wider: Zu uns kann Jede und Jeder kommen! Alle sind willkommen! Wir sind offen für alle jungen Menschen!

Unsere Jugendverbandsarbeit ist von einer besonderen Vielfalt geprägt. Das betrifft beispielsweise die Inhalte, die Arbeitsebenen, die ehrenamtlich wie beruflich Aktiven und natürlich die vielen beteiligten jungen Menschen.

Inklusion ist eine Haltung, die Gesellschaft verändert und die Lebensbedingungen von Menschen verbessert. Inklusion macht eine umfassende Teilhabe an der Gesellschaft zu geltendem Recht für alle. Das Ziel ist klar: Alle Barrieren müssen abgebaut werden. Egal ob in Köpfen, in Strukturen, in Handlungsfeldern, in Institutionen.

Inklusion heißt für die THSJ: nach Wegen suchen, Stärken finden, neue Partner entdecken. Aber: Jugendverbände können keine grundsätzlichen sozialpolitischen Entscheidungen zu Strategie und Förderung ersetzen! – Jugendverbände bieten entsprechend ihres Profils allen Kindern und Jugendlichen unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht oder geistigen und körperlichen Fähigkeiten eine sinnvolle und selbstbestimmte Freizeitgestaltung!

Den inklusiven Prozess in der jugendverbandlichen Arbeit zu managen, erfordert personelle und auch finanzielle Ressourcen. Ihn zu gestalten, geht nicht immer nur „nebenbei“. Dafür gilt es im Freistaat Thüringen Rahmenbedingungen zu schaffen.

In einer Zeit, in der stetig mehr Flüchtlinge zu uns kommen und alle staatlichen und gesellschaftlichen Akteure vor große Herausforderungen gestellt werden, bleiben natürlich auch die Thüringer Sportvereine davon nicht unberührt. Eine Reihe Thüringer Sportvereine trägt bereits maßgeblich dazu bei, dass geflüchtete Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene an einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung teilhaben können.

Der Sport schafft es, dass Menschen sich begegnen, Gemeinsamkeiten finden und so lernen, wie vielfältig der Sport ist. Die THSJ möchte daher ermuntern, Gesicht zu zeigen für ein respektvolles Miteinander im Sport und gegen Diskriminierung und Rassismus.

Dass die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen viele verschiedene Fragestellungen aufwirft, erlebt man gerade auf ganz unterschiedliche Weise. Sie müssen benannt und – immer mit dem Blick auf die bestmöglichen Lösungen und im Sinne eines demokratischen Miteinanders – sachlich diskutiert werden.

Die Thüringer Sportjugend setzt sich – gemeinsam mit dem Landessportbund Thüringen – seit vielen Jahren für ein demokratisches Miteinander ein. Das Projekt „Sport zeigt Gesicht! Gemeinsam couragiert handeln“ engagiert sich deshalb in der Bildungsarbeit und unterstützt auch Vereine, die sich mit rechtsextremen Problemsituationen konfrontiert sehen. Diese Arbeit wird dankenswerterweise durch das Bundesministerium des Innern und das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport im Rahmen des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit finanziell unterstützt. Das Ende 2010 vom damaligen Thüringer Kabinett verabschiedete Landesprogramm „denk bunt“ bündelt die vielfältigen Aktivitäten zur Demokratiestärkung in Thüringen und beschreibt auch die Notwendigkeit der Förderung eines Beratungsangebotes im Sport.

Beginnend im nächsten Jahr soll nun das Landesprogramm fortgeschrieben und weiterentwickelt werden.

Die THSJ ist bereits über 10 Jahre im Freiwilligendienst tätig. Es gab über die Jahre gesehen viele gesetzliche Veränderungen, aber noch nie war es so schwer, junge Menschen zu finden. Die Nachfrage nach einem Freiwilligendienst, speziell für das Thüringen-Jahr, hat sich bereits verändert und wird das zum Einen aufgrund des demografischen Wandels und zum Anderen auch durch das veränderte Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen weiter tun.

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) dient der Berufsorientierung – die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist aber nicht mehr die, wie noch vor einigen Jahren.

Die Studienmöglichkeiten haben sich verbessert, die Berufsorientierung ist stark in den Fokus von Schule gerückt und Firmen werben um die Besten. Trotzdem ist das FSJ noch ein wichtiges Instrument, um die Entwicklung von jungen Menschen zu befördern und eine Zukunftsentscheidung vorzubereiten.

Der Bundesfreiwilligendienst hingegen soll einen Beitrag zum sozialen Gemeinwohl leisten und ist der erste Freiwilligendienst, der keiner Altersbegrenzung unterliegt – im Gegensatz zum FSJ.

Gegenwärtig leisten insgesamt 37 Jugendliche ihren Freiwilligendienst  sowohl im FSJ, als auch im BFD in verschiedenen Strukturen des Thüringer Sports. Hinzu kommen 20 BFD’ler, die älter als 26 Jahre sind.

Auf dem Landesjugendtag galt es auch, Dank zu sagen. Mit der höchsten Auszeichnung der THSJ, der Ehrenplakette, wurden Helgard Groß (Greiz), Sabine Schattenberg (Eisenach) und Lukas Reuter (Weimarer Land) geehrt. Einen Sachpreis erhielt André Wolf (Gera).

Für ihre Leistungen im Jugendverband wurden durch den Landessportbund Thüringen Cornelia Nitzpon mit der GutsMuths-Plakette in Silber und Dirk Honnef, Dr. Christiane Wenkel und Beate Meißner mit der GutsMuths-Plakette in Bronze geehrt.